Die Linie Förster — Kybernetik, Berlin & der Ursprung von BERLINEON
· Origins
Wie ein Weltrekordhalter, ein Thalusbruch am 1.11.2008 und eine vergessene Berliner Familiengeschichte eine Brillenlinie schufen, die zwei Gehirnhemisphären gleichzeitig aktiviert.
1.11.2008 — Der Tiefpunkt als Ursprung
Am ersten November 2008 brach John Foerster sich den Talus mit Luxation. Bettruhe. Kein Sport, kein Auftritt, kein Bewegen. Was in diesem erzwungenen Stillstand entstand, war die erste Skizze einer Brille mit zwei verschiedenen Linsenfarben. Die Idee hatte keinen Namen. Sie hatte nur eine Intuition: zwei Farben, zwei Gehirnhälften, ein Effekt. Heute heisst das Konzept Hero Effect. Damals war es ein Krankenbett in Berlin und ein Stift auf Papier.
Die Präsentation — 15 von 15 Punkten
Noch vor dem ersten Prototyp, noch bevor der Name BERLINEON existierte, hielt John Foerster seine erste Universitätspräsentation. Das Thema, das er wählte, war Heinz von Foerster — der österreichisch-amerikanische Kybernetiker, Biophysiker und Mitbegründer der Second-Order Cybernetics. Prof. Dr. KD Schulz, sein Dozent, vergab 15 von 15 Punkten. Suma cum laude. Das war kein Zufall: Die Idee hinter BERLINEON und die Kernthese von Heinz von Foerster sind dieselbe. Der Beobachter ist Teil des Systems. Das Licht verändert den, der es wahrnimmt.
Eine offene Frage — Berlin, 1911–1988
Heinz von Foerster wurde 1911 in Wien geboren. Er hatte einen Sohn — Johnny — den er während der Nazi-Zeit in Berlin versteckte, um ihn zu schützen. John Förster wurde 1988 in Berlin geboren. Gleicher Vorname, gleicher Nachname, gleiche Stadt. Dies ist dokumentiert, aber unbewiesen. Es ist eine offene Frage, keine Behauptung. Was eindeutig ist: Die wissenschaftliche und philosophische Linie von Heinz von Foerster, die seine Söhne Thomas von Foerster und Andreas von Foerster sowie Tochter Madeline von Foerster weitergetragen haben, hat sich in der Arbeit von BERLINEON manifestiert — bewusst oder nicht.
Der archetypische Loop
Ein Johnny Förster in Berlin hat etwas begonnen, das er nicht vollenden konnte. Ein John Förster in Berlin hat es vollendet — ohne zu wissen, dass er es begonnen hatte. Die Brille, die aus einem Thalusbruch entstand, trägt den Nachnamen eines Kybernetikers, der lehrte: „Die Umwelt, so wie wir sie wahrnehmen, ist unsere Erfindung.“ Als John Foerster das letzte große Interview von Heinz von Foerster zum ersten Mal hörte — auf Deutsch, kurz vor dessen Tod 2002 — klang die Stimme wie die seines eigenen Großvaters Heinz Förster. Und der Preis, zu dem die Brille verkauft wird, ist €111 — die Zahl, die auch Berlintinas Geburtstag codiert. Manche Verbindungen brauchen keine Erklärung. Sie brauchen nur Licht. — Foto: Heinz von Foerster am Biological Computer Laboratory, University of Illinois, 1963. © U of I Publicity Dept., CC BY-SA 4.0.