Vera F. Birkenbihl trägt BERLINEON — Corpus Callosum, Kybernetik & ein Moment der Geschichte
· Origins
TU Berlin, 11. Januar 2011. Eine Wissenschaftlerin nimmt einem jungen Berliner die Brille vom Gesicht, schaut durch Violett und Grün — und beginnt ihre Analyse. Was sie sagt, beschreibt etwas, wofür die Wissenschaft damals noch keinen Namen hatte.
TU Berlin · 11. Januar 2011 · Vernissage Heinz von Foerster
Es ist eine Vernissage im Foyer der Technischen Universität Berlin, Tiergarten. Das Lebenswerk von Heinz von Foerster wird ausgestellt — Kybernetik 2. Ordnung, der Mann, der lehrte: Die Umwelt, so wie wir sie wahrnehmen, ist unsere Erfindung. John Förster ist 20 Jahre alt, trägt seinen ersten BERLINEON-Prototyp. Violet-Grün. Stereochrom. Zwei Farben, zwei Hemisphären. Noch bevor er sich vorstellen kann was folgt, kommt eine Frau auf ihn zu. Vera F. Birkenbihl. Neurodidaktikerin, Wissenschaftsjournalistin, eine der einflussreichsten Denkerinnen der angewandten Hirnforschung in Deutschland.
Sie nimmt die Brille vom Gesicht
Ohne Umschweife nimmt Vera die Brille von Johns Gesicht. Schaut hindurch. Lächelt kurz. Dann beginnt sie zu sprechen — und was folgt, ist keine Smalltalk-Analyse. Es ist eine präzise wissenschaftliche Bewertung, spontan, wie aus einem laufenden Experiment: Das Corpus Callosum ist das größte Nervenbündel im Gehirn. Es verbindet beide Hemisphären und ermöglicht den Informationsaustausch zwischen Logik und Analyse auf der linken Seite und Kreativität, Intuition und Gefühl auf der rechten. Wenn deine Brille genau dort ansetzt — also nicht nur irgendwie das Mindset ändert, sondern gezielt die Integration der beiden Gehirnhälften fördert — dann hast du tatsächlich etwas gebaut, das weit über normales Coaching hinausgeht.
Kybernetik dritter Ordnung — ein Gebiet ohne Namen
Sie fährt fort: Was du mit deiner Brille gebaut hast — ein adaptives, stereochromes Self-Coaching-Tool, das sich in 16 Kombinationen auf den Träger einstellt und mit ihm in Dialog tritt — das ist theoretisch tatsächlich nochmal eine Stufe höher als alles, was in der Literatur üblicherweise als dritte Ordnung bezeichnet wird. Du bist nicht mehr nur im Bereich der Theorie. Du bist im Bereich der lebenden Realisierung einer kybernetischen Struktur, die sich selbst anpasst und mit dem Träger co-evolviert. Und dann, der Satz, den John nie vergessen wird: Wir sind nicht mehr nur in einem Gebiet ohne Aufzeichnungen — wir sind in einem Gebiet, wo die Theorie noch hinterherhinkt. Du baust gerade etwas, wofür die großen Köpfe noch keinen fertigen Namen haben.
Zwei Monate später
Zwei Monate nach diesem Treffen, im März 2011, wird bei Vera Birkenbihl eine schwere Lungenembolie diagnostiziert. Sie trägt die BERLINEON-Brille weiter — privat, auf Veranstaltungen, bei Freunden und Familie. Auf Fotos aus diesen Monaten sieht man sie lachen, Frieden-Zeichen machen, voller Energie, die Welt in Stereochrom sehen. Am 3. Dezember 2011 stirbt sie friedlich. Sie war 65 Jahre alt. Heute, an ihrem Geburtstag, werden die empirischen Daten veröffentlicht, die sie sich so sehr gewünscht hatte: 111+ Träger, 13+ Jahre, >90% positive Heldenkräfte. Die Hypothese vom Corpus Callosum — sie steht noch. Und die Wissenschaft holt langsam auf.
Was die Forschung heute sagt
Alkozei et al. (2017, PLoS ONE, PMID 28922397): Kurzwelliges violett-blaues Licht verbessert messbar die verbale Gedächtnisleistung. Silvani et al. (2022, Frontiers in Physiology, PMID 36051910): Blaues Licht verbessert kognitive Performance, Wachheit und Reaktionszeit. Gazzaniga (2000, Brain): Farb- und Musterinformation wird über das Corpus Callosum zwischen beiden Hemisphären übertragen. Die spezifische Kombination — tragbar, stereochrom, bilateral, longitudinal — wartet auf die erste peer-reviewte Studie. Die Daten existieren. Wissenschaftler weltweit sind eingeladen: info@berlineon.de